Donnerstag, 3. September 2015

Wie weit es kommen musste....

Wenn man heute seinen Facebook Stream durchscrollt stolpert man inzwischen regelmäßig über die Fotos von angeschwemmten Kindern an europäischen und türkischen Stränden.
Dazu kommen die unterschiedlichsten Reaktionen im Hinblick darauf, ob das Posten solcher Bilder richtig oder falsch, gerechtfertigt oder doch nur Publicity heischend ist. Ich persönlich halte es da mit den Redakteuren der Seite Mimikama (Mimikama auf Facebook), die hier die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen über das Interesse der Allgemeinheit oder die Verbesserung der Welt durch Aufrütteln stellt - obwohl einem dieses Bild als Vater eines Kindes das Herz zerreissen möchte.

Deswegen drängen sich hier einige Fragen auf die das Versagen unserer vier demokratischen Gewalten sehr deutlich machen. Dazu habe ich vorab ein in seiner Essenz gerade zu peinliches Eingeständnis in einem Interview eines EU Kommissionärs verlinkt:


Musste es soweit kommen, dass europäische Politiker erst dann ihre Einstellung zur Flüchtlingskatastrophe ändern, sobald in breiten Medienkanälen das menschliche Leid, das sich hier abspielt, jedem Bürger vor die Augen geworfen wird? Wissen unsere gewählten Vertreter erst seit gestern, was sich im Mittelmeer abspielt? Wissen unsere gewählten Vertreter womit sich ihre Mitarbeiter (bezahlte oder freiwillige) tagtäglich im Umgang mit diesem Thema herumschlagen müssen?
Und wenn ich von gewählten Vertretern spreche, dann meine ich nicht nur unsere europäischen Vertreter, sondern sämtliche Vertreter der westlichen Welt. Ist es nicht die Aufgabe unserer gewählten politischen Vertreter unsere Staaten und die Staatengemeinschaft durch sichere und friedliche Gewässer zu steuern um ein verwantwortungsvolles Zusammenleben zu gewährleisten? Ist das nicht der Auftrag den wir ihnen gegeben haben? Haben sie den erfüllt?
Ganz klar nicht. Seit mehr als einem Jahrzehnt nun werden wir (leider oft auch mit unkritischer Beteiligung der Medien als vierte Gewalt und ziemlich sicher nicht unabsichtlich) auf einem konstanten Bedrohungslevel gehalten, der einerseits dazu führt, dass weite Teile der Bevölkerung inzwischen mit Hass und Phobien auf fast alles reagieren und uns inzwischen offensichtlich nichts mehr aufrüttelt, wenn man nicht ein Bild mit Leichen präsentiert bekommt.
Das nach so langer Dauerbeschallung und Feindbildaufbau Menschen auf diese Entwicklungen mit Angst reagieren, kann man ihnen nicht vorwerfen. Im Gegenteil. Es wäre Aufgabe unserer Vertreter, diese Angst (nachdem man sie ja auch verursacht hat) Ernst zu nehmen und sich dieser Probleme anzunehmen. Und es wäre Aufgabe unserer Politiker, nachdem sie weite Gebiete der Welt durch geopolitische Misswirtschaft so destabilisiert und wirtschaftlich verarmt haben, dass die Einwohner lieber das Ertrinken in Kauf nehmen als weiter in ihrer Heimat zu bleiben, nun auch diese Länder wieder nachhaltig bewohnbar zu machen.
Haben unsere Politiker vergessen, dass wir uns die Demokratie, die wir jetzt geniessen, über Jahrhunderte lang erarbeitet haben und sie damit quasi evolutionär erschaffen haben? Wie können sie auf die Idee kommen, dass man das in anderen Ländern, mit anderer Kultur durch ein halbes Jahr Panzerfahren und Bomben werfen schaffen kann? Oder gab es andere wichtige Gründe mit den Panzern zu fahren und Bomben zu werfen?
Und wenn wir schon bei der Evolution der Demokratie sind: Haben wir nicht als Souverän die Aufgabe an der Evolution der Demokratie weiterzuarbeiten? Sind wir nicht verpflichtet, diese Politikergeneration, die nur an Machterhalt interessiert ist und inzwischen durch Hörigkeit und Abhängigkeit von Grosskonzernen eine fünfte Macht in der Demokratie geschaffen hat, wegzuevolutionieren?
Und wir werden selber lernen müssen, dass wir den Reichtum, der sich in "unserer Welt" angesammelt hat teilen und auch andere daran teilhaben lassen. Denn egal ob es sich um einen "echten" Asylwerber oder die von den Medien verpönten "Wirtschaftsflüchtlinge" handelt: Beide Gruppen werden zu uns kommen, wenn wir es nicht tun und Mauern werden sie nicht aufhalten (dazu sehr empfehlenswert der Film Let´s make Money, auf den Ausspruch des Baumwollbauern achten...).
Wir haben durch unsere gewählten Vertreter eine Völkerwanderung (sehr gute dazu auch: Peter Vonnahme) ausgelöst und brauchen nun neue um diese wieder in geordnete und vor allem nachhaltige Bahnen zu lenken.

Montag, 30. September 2013

Nur meine 2 Cent

Es ist nun schon einige Zeit her, dass Microsoft bekanntgab, die Handysparte von Nokia zu übernehmen. Dies kam nicht sehr überraschend, nachdem schnell nach der Übernahme des Postens des CEO durch Stephen Elop klar wurde, dass dieser lieber Heim zum Mami als den Karren Nokia aus dem Dreck ziehen wollte.
Die Idee den Software-Giganten mit einem hervorragenden Hardware-Hersteller zusammenzuschliessen, ist nach den bisherigen Versuchen von Microsoft mobile Geräte erfolgreich auf den Markt zu bringen (Zune: Wir haben kack-braun schon super gefunden, bevor es sich Leute auf die SUVs pinselten), nun ein Schritt in die richtige Richtung.
Problem dabei könnte allerdings sein, dass man nun wieder hinter den Konkurrenten nachentwickelt, statt einen wirklichen Sprung nach vorne zu wagen und die anderen Öko-Systeme zu überholen.
Dabei liegt der Ansatz auf der Hand: Was können der Marktführer in PC-Betriebssystemen und der ehemalige Marktführer bei Mobilfunkgeräten gemeinsam anstellen? Ubuntu hat es uns vorgeführt, leider aufgrund des gescheiterten Crowd Fundings nicht erfolgreich. Aber converged computing, wie es das Edge vorgeführt hat, ist eine Möglichkeit, wie man Windows als PC Plattform einen neuen Kick geben kann, Windows Phone mit Windows zusammenführt und damit aufwertet. Mit Nokia hätte man da einen Partner, der über Technologie und Lizenzen verfügt, die das auch auf der Hardware Seite möglich macht. Aber ob man diese nicht ganz leichte Aufgabe wirklich angeht, man darf gespannt sein. Ich denke aber es wäre die richtige Richtung, just my 2 Cents...

Samstag, 7. September 2013

An alle mit Google 2 Weg Login

Eine neue Version des Google Authenticator ist im iOS App Store online.
Nach Angaben etlicher Apple orientierter Blogs (zB techcrunch) kann die Installation des Updates zu Account Verlusten führen. Bis zu einem Update durch Google wird von einer Installation abgeraten.

Dienstag, 3. September 2013

Richtungsweisende Entscheidung des Sozialgerichtes Stuttgart

Diesmal was aus Deutschland, und zwar vom Sozialgericht Stuttgart:


Dazuschreiben muss man fast nix mehr, der satirische Gehalt des Posts ergibt sich aus dem Link von ganz alleine...

Samstag, 24. August 2013

Zufälle gibt´s....

Die Rechtsinteressierten möchte ich hier auf einen interessanten Zufall hinweisen:
Der Lebenspartner eines der Journalisten, der in Zusammenarbeit mit Edward Snowden die Datenspähaffäre um die NSA offenlegte, wurde unter den äußerst fragwürdigen Bestimmungen des Terrorism Acts 2000 am Flughafen Heathrow festgehalten. Der Name des Lebenspartners ist David Miranda.
Dies ist zufällig der gleiche Nachname wie der von Ernesto Arturo Miranda. Er ist der Namensgeber für die Entscheidung des US Supreme Courts zwischen ihm und dem Staat Arizona. Die Auswirkung dieser Entscheidung ist die, die wir alle aus dem Fernsehen als das Sätzchen: "Sie haben das Recht zu schweigen,...." kennen. Und auch das Recht auf rechtlichen Beistand kommt in diesem Sätzchen und der Entscheidung vor. Dieser wurde David Miranda von den britischen Behörden im übrigen auch verweigert. Der Eingriff war so schwerwiegend, dass sogar die USA sich davon distanzierten. Zufälle gibt´s....
Wer aber glaubt, dass dies nur in Staaten mit fragwürdigem Verhältnis zur Menschenrechtskonvention passieren kann, der möge sich nicht zu sicher sein. Ein Blick auf die kritische Filmemacherin Laura Poitras, welche ebenfalls in der Causa Snowden aktiv war, zeigt, dass auch das neutrale Österreich auf "Weisung" der NSA, Personen ohne eigene Ermittlungen anhält und durchsucht.

Hier ein paar spannende Artikel zu diesem Themenbereich:

Mittwoch, 7. August 2013

Immobilienertragssteuer und andere Schmankerl aus der Immo-Welt

Auf der Salzburger Seite von orf.at findet sich folgender Artikel:


In diesem Artikel zeigt sich die Redaktion verwundert, dass die Immobilien Branche nicht die vom Soziallandesrat geforderte Immobiliensteuer auf leerstehende Immobilien ablehnt. Dabei zeigt sich ganz klar das mangelnde Verständnis der Redaktion für die Funktion des Immobilienmarktes. Die von Schellhorn geforderte Steuer sollte nämlich (im Gegensatz zur allseits beliebten Immobilien Ertragssteuer) dazu führen, dass mehr Wohnungen auf den Markt kommen (sei es zum Verkauf oder zur Vermietung) und damit das Geschäft mit Immobilien beleben. Dies wird wohl kaum etwas sein, worüber sich die Immobilien-Branche beschweren wird, nachdem die Regierung diesen Geschäftsbereich als Melkkuh für sich entdeckt hat.

Sehr spannend in dem Artikel ist auch, welche Eingriffe in Bürgerrechte (Verletzung Art 9 StGG) offensichtlich zur blossen Verfolgung von "Zweitwohnsitzlern" als zulässig gesehen werden. Da kann sich sogar die NSA noch ein Scheibchen von uns Österreichern abschneiden.

Aber nun zu den lange versprochenen Ostereiern:

Unsere Regierung hat sich ja, um die durch Bankenrettung entstandenen Budgetlöcher zu stopfen, eine neue Steuer für den Verkauf von Liegenschaften ausgedacht: Die Immobilienertragssteuer. Nicht nur, dass sie, wie im Artikel unten dargestellt, einen Teil zum Sinken des Immobilienumsatzes beiträgt, hat sie auch für die mit der Immobilienabwicklung beschäftigten Branchen zusätzlichen und vermeidbaren Aufwand produziert.


Ein wunderschönes Beispiel zu welchem Flickwerk die Gesetzgebung der letzten Jahre in diesem Sektor geführt hat sind die Rundungsregelungen für die staatlichen Abgaben bei der Grundstücksübertragung. Derer gibt es zumeist drei:
  1. Grunderwerbssteuer: Für sie ist keine Rundung vorgesehen. Sie ist auf den Cent genau abzuführen.
  2. Immobilienertragssteuer: §30b Einkommenssteuergesetz sieht eine Abrundung auf den vollen Euro vor.
  3. Eintragungsgebühr: §6 Abs 2 GGG sieht eine Aufrundung auf den vollen Euro vor.

Man merke also: Drei Gebührentatbestände, drei Rundungsregelungen. Ein Paradebeispiel überschiessender Bürokratie.

Montag, 22. April 2013

Die VDS kommt zurück...

Ein spannender Artikel über den neuesten Versuch der EU zur Durchsetzung der VDS (Vorratsdatenspeicherung).


Man wird wieder aktiv werden müssen...

Der Energieausweis

Ich weiss, ich bin noch immer die Ostereier schuldig, aber sie kommen ganz bestimmt!

Trotzdem möchte ich vorher wieder ganz kurz auf ein weiteres Kleinod der österreichischen und auch europäischen Gesetzgebung eingehen: Den Energieausweis.

Brüssel hatte die nicht unrichtige Idee, dass es sinnvoll wäre den Energiebedarf der Union zu senken und dafür geeignete Maßnahmen zu treffen. Bei den geeigneten Maßnahmen, war die Sache dann aber schon zu Ende. Man ersann für Häuser und Wohnungen den Energieausweis. Die Idee dahinter ist, dass mit einer Übersicht, wie wir sie in den Elektromärkten an Kühlschränken, Waschmaschinen, etc. kleben gesehen haben, der Käufer oder Mieter auch bei einem Haus oder einer Wohnung über den Energiebedarf informiert werden soll. Man erkennt an dem Vergleich der Produkte auch die Sinnhaftigkeit des Unterfangens.

Der erste Umsetzungsversuch der entsprechenden EU-Richtlinie in österreichisches Recht brachte nicht den gewünschten Erfolg. Dadurch, dass man als Konsequenz für die Nicht-Vorlage eines Energieausweises die Auslegungsregel festschrieb, dass die für ein Gebäude aus dem Baujahr des Vertragsobjektes typische Energieeffizienz (Stand der Technik) als vereinbart gilt, wurde kaum die Vorlage eines Energieausweises verlangt, weil diese Regelung meist genau das ist, was die Parteien vereinbaren wollen. Ist der Bürger also nicht willig, braucht man die Staatsgewalt.

Das neue EAVG (Energieausweisvorlagegesetz) packt dafür die Verwaltungsstrafe von bis zu EUR 1450,--  aus. Damit die Information für den Konsumenten auch leicht zu verstehen ist, sind daher (neben der schönen angesprochenen Grafik) nun auch der Heizwärmebedarf und der Gesamtenergieeffizienzfaktor anzugeben. Wer im Internet ein bisserl recherchieren mag, findet gleich heraus wie praktisch und Konsumentennah diese Werte sind.

Auch bei den Ausnahmeregeln hat man sich natürlich wieder ausgezeichnet:

Ausnahmen
§ 5. Von der Informationspflicht nach § 3 sowie der Vorlage- und Aushändigungspflicht sind folgende Gebäudekategorien ausgenommen:
1. Gebäude, die nur frostfrei gehalten werden,
2. im Verkaufsfall Gebäude, die auf Grund ihres schlechten Erhaltungszustands objektiv abbruchreif sind, sofern in einer allfälligen Anzeige nach § 3 das Gebäude als abbruchreif bezeichnet und im Kaufvertrag davon ausgegangen wird, dass der Käufer das Gebäude binnen dreier Jahre nach Vertragsabschluss abbrechen werde,
3. Gebäude, die ausschließlich für Gottesdienste und sonstige religiöse Zwecke genutzt werden,
4. provisorisch errichtete Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer von höchstens zwei Jahren,
5. Industrieanlagen, Werkstätten und landwirtschaftliche Nutzgebäude, bei denen jeweils der überwiegende Anteil der für die Konditionierung des Innenraumklimas erforderlichen Energie durch die im Gebäude entstehende Abwärme aufgebracht wird,
6. Wohngebäude, die nach ihrer Art nur für die Benützung während eines begrenzten Zeitraums je Kalenderjahr bestimmt sind und deren voraussichtlicher Energiebedarf wegen dieser eingeschränkten Nutzungszeit unter einem Viertel des Energiebedarfs bei ganzjähriger Benützung liegt, und
7. frei stehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger als 50 Quadratmetern.
Wie man sieht gibt es zahlreiche sachliche Ausnahmen in §5 EAVG, auf persönliche Ausnahmen wurde jedoch in diesem an sich kurzen und übersichtlichen Gesetz vergessen. Dies führt daher spannenderweise dazu, dass ein Miteigentümer, der einem anderen Miteigentümer dessen Anteil abkauft einen Energieausweis vorgelegt bekommen muss obwohl er bereits Miteigentümer ist und daher die Energieeffizienz des Gebäudes kennen müsste  Auch ein Verzicht ist gemäß §8 EAVG nicht möglich. Dies ist vor allem bei der Trennung von Lebensgemeinschaften oder Ehescheidungen ein verzichtbarer Kostentreiber.

Sonntag, 7. April 2013

Schnüffeln oder nicht schnüffeln, das ist hier die Frage...

An sich wollte ich mich nach Ostern mit den Ostereiern, die uns der Gesetzgeber hinterlassen hat melden. Da sich aber ganz aktuell ein Paradebeispiel an politischer Wendehalsthematik zeigt, möchte ich dies doch den Ostergeschenken vorziehen. Ich werde das aber nachholen, versprochen...

Im Blickpunkt steht in meinem Beispiel unser allerliebste Finanzministerin, welche gleichzeitig unsere allerliebste Ex-Innenministerin ist. Problem ist, dass man wenn man das Resort wechselt, notwendigerweise auch seine Ansichten zu diversen Themen umdrehen muss. Als Innenministerin, war Maria Fekter für schonungslose Offenheit, wer braucht schon Geheimnisse, wer Datenschutz:




Aus diesen Artikeln erfährt man, dass Maria Fekter der Ansicht ist, dass Sicherheit der Privatsphäre und dem Datenschutz vorgeht. Ganz anders, seit sie Finanzministerin ist:


(Besonders gefällt mir der Schlusssatz, in dem sie von überbordenden Zugriff spricht, den sie als Innenministerin als ausgeschlossen angesehen hat)

ÖVP (Kein Schnüffelstaat, sofern es sich nicht um ihre Datenverbindungen handelt)

Neuwal analysiert hier ganz richtig, dass jemand, der VDS befürwortet und das Bankgeheimnis aufgrund des "Datenschutzes" verteidigt, bestenfalls als lächerlich zu bezeichnen ist.
Es ist erschütternd, für wie dement unsere demokratisch gewählten Vertreter ihr Wahlvolk halten, dass sie mit dem gleichen Argument die Online Ausspähung als richtig und die Abschaffung des Bankgeheimnis als falsch bezeichnen und das in einer Zeitspanne von nur wenigen Jahren...


Freitag, 29. März 2013

§ 907a ABGB

Der Gesetzgeber hat eine allgemein nicht unwesentliche Änderung des ABGB durchgeführt: Der §907a des ABGB wurde am 16.3.2013 neu eingeführt. Hier ist vor allem der Absatz 2 spannend:

§ 907a. (1) Eine Geldschuld ist am Wohnsitz oder an der Niederlassung des Gläubigers zu erfüllen, indem der Geldbetrag dort übergeben oder auf ein vom Gläubiger bekanntgegebenes Bankkonto überwiesen wird. Haben sich nach der Entstehung der Forderung der Wohnsitz oder die Niederlassung des Gläubigers oder dessen Bankverbindung geändert, so trägt der Gläubiger eine dadurch bewirkte Erhöhung der Gefahr und der Kosten für die Erfüllung.
(2) Wird eine Geldschuld durch Banküberweisung erfüllt, so hat der Schuldner den Überweisungsauftrag so rechtzeitig zu erteilen, dass der geschuldete Betrag bei Fälligkeit auf dem Konto des Gläubigers wertgestellt ist. Wenn der Fälligkeitstermin nicht schon im Vorhinein bestimmt ist, sondern die Fälligkeit erst durch Erbringung der Gegenleistung, Rechnungsstellung, Zahlungsaufforderung oder einen gleichartigen Umstand ausgelöst wird, hat der Schuldner den Überweisungsauftrag ohne unnötigen Aufschub nach Eintritt des für die Fälligkeit maßgeblichen Umstands zu erteilen. Der Schuldner trägt die Gefahr für die Verzögerung oder das Unterbleiben der Gutschrift auf dem Konto des Gläubigers, soweit die Ursache dafür nicht beim Bankinstitut des Gläubigers liegt.

Bisher galten Geldschulden als qualifizierte Schickschulden, die zwar auf Gefahr und Kosten des Schuldners reisten, deren verspäteten Eingang am Konto aber der Gläubiger zu tragen hatte (wie bei Schickschulden allgemein üblich). In Umsetzung der Richtlinie der EU zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr (2000/35/EG) wurde scheinbar nun die oben angeführte Bestimmung erlassen.
In Verbindung mit den §§42 und 43 des Zahlungsdienstegesetzes (ZaDiG) könnten sich daher für durch verspätete Wertstellung entstandene Zinsschäden ein Regressanspruch gegen die kontoführenden Banken ergeben. Das spannende daran, dass auch ein Regressanspruch gegen ein Institut entstehen könnte, bei dem man an sich gar nicht Kunde ist.
In diesem Sinne frohe Ostern und ich melde mich nach Ostern mit anderen Ostereiern, die uns der Gesetzgeber ins Nest gelegt hat, obwohl noch gar nicht Ostern war... 

Donnerstag, 30. August 2012

Ein RDP Client für alle...

Sollte ein RDP Client eine conditio sine qua non sein, so hat Microsoft leider schlechte Nachrichten für Apple User die die neueste OS X Version (Mountain Lion) verwenden wollen. Die neueste Version des RDP Clients verträgt sich nicht (insbesondere auf Windows 2000 Servern) mit Mountain Lion und auch dem Vorgänger Lion.

Für alle die nicht (wie ich) eine veraltete Microsoft RDP Version haben (2.0.0) und trotzdem nicht mit dem Betriebssystem von vor 2 Jahren arbeiten wollen gibts zum Glück in der Open Source Community was: http://cord.sourceforge.net/.

Dienstag, 7. August 2012

EIn interessanter Bericht über verbundene Accounts

How Apple and Amazon Security Flaws Led to My Epic Hacking | Gadget Lab | Wired.com

Dieser Artikel stimmt nachdenklich, insbesondere, da immer mehr Dienste in der Cloud liegen. Wie umfangreich der Schaden hinsichtlich heruntergeladener Medien aber vor allem selbst erstellter Fotos wäre ist kaum abschätzbar.

Dass gerade zwei so grosse Anbieter wie amazon und Apple gegenseitig ausnutzbare Angriffspunkte haben sollte die Branche aufrütteln...

Donnerstag, 5. Juli 2012

iOS 6, was bringt es

Sie ist vorbei, die erste WWDC nach dem Tod von Steve Jobs. Dies führte zu einer zwiegespaltenen Situation: Die eine Hälfte fürchtete den totalen Innovationsstillstand, die andere steigerte die Erwartungen ins Grenzenlose.
Hinsichtlich des iOS 6, welches neben den Retina-Display Laptops Hauptthema war, hat sich auch gezeigt, dass die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte liegt. Es werden fehlende Standard-Funktionen für Handies nachgeliefert, wie zum Beispiel Anruf-Abweisung mit SMS und eine Anruffilter Funktion. Diese Filterfunktion kann (je nach Einstellung) durch penetrantes erneut Anrufen umgangen werden, was die Sinnhaftigkeit stark in Frage stellt. Aber wenn´s wer braucht.
Andererseits ist die "große" Neuerung der Wechsel auf eine Apple-eigene Karten Applikation, die neben einer Turn by Turn Navigation auch das 3D Rendering der Landkarte ermöglicht. Bilder dieses Renderings scheint es aber derzeit nur in gewissen Gebieten zu geben.
Ansonsten gibt es lediglich Verbesserungen von Safari, Face-Time, Siri und Facebook Integration in der Form, wie es sie derzeit für Twitter gibt. Allerdings zeigt sich da schon der Haupthaken des iOS Updates: Man verwendet das Update (allerdings eher stümperhaft) zum Pushen neuer Hardware. Das heißt, dass Facetime über 3G und Siri weiterhin dem iPhone 4S und dem bevorstehenden iPhone 5 (sollte es im Herbst kommen) vorbehalten bleibt, obwohl dies keine Frage der Hardware wäre. Video-Telefonie über W-LAN oder 3G ist gleich rechenintensiv und das Siri auch auf älterer Hardware läuft wissen Jailbreak-User genau. Und hier ergibt sich nun das eigentlich Stümperhafte an dieser Vorgehensweise: Ein reserviertes Feature für das iPhone 5 lässt sich in den Previews allerdings nicht erkennen.
Für die User älterer iPhones (3GS oder neuer) verbleibt neben der Facebook Integration nur die wieder zu kurz gegriffene Nachrüstung von Standardfeatures und die Verbesserungen von Safari (z.B. synchronisierte Tabs). Wer synchronisierte Tabs haben will, kann im Übrigen statt bis auf den Herbst und iOS6 zu warten gleich Google Chrome installieren. Das Ablehnen mit SMS ist wie gesagt etwas, was iPhone User bisher mit einer App lösen mussten (z.B: Busy Bee) und nun vom Betriebssystem übernommen wird. Was aber erneut fehlt, der schon zur WWDC 2011 monierte Schnellzugriff auf Bluetooth, WiFi und Dateneinstellungen, der auf den Smartphones anderer Hersteller besser gelöst ist als beim iPhone.
Eine interessante Applikation, die ebenfalls neu ist, ist die Passbook App, die Kundenkarten, Flugtickets und ähnliches Verwaltet und mit Daten aus dem Web abgleicht (Gate-Verschiebung oder Verspätung beim Abflug direkt beim Boarding Pass). So wie es aber in den Previews aussieht, handelt es sich aber um eine auf die USA zugeschnittene App, die in Europa wenig Sinn zu machen scheint.
Da das Update wahrscheinlich kostenlos ist, gibt es trotzdem eine klare Update Empfehlung. Dafür zu zahlen, sollte jeder User vorher genau prüfen.

And there is one last thing:
Bezüglich der iCloud ist zu sagen, dass ich grosse Hoffnungen in OSX Mountain Lion setze. Das Update des Betriebssystems der Macs soll die Synchronisation der iWork Files endlich auf Apple Standard bringen. Bisher kann man am Mac eleganter auf Google Drive zugreifen als auf die iCloud, was wirklich kein Ruhmesblatt für die Entwickler von Apple ist.

Sonntag, 1. April 2012

Weil es notwendig wird:

Nachdem die Regierungen der nördlichen Hemisphäre das Wort Demokratie zwar zur Rechtfertigung verschiedenster Vorgänge verwenden, aber in Wirklichkeit diese schon lange abgeschafft haben, möchte ich an diesem denkwürdigen Tag, an dem ein weiterer Schritt zum Totalitarismus vollzogen wurde ein Programm empfehlen:

GnuPG

gpg 4 Windows

GPG Tools

Damit wir nicht die Staatspolizei bei jedem Mail begrüßen müssen.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Haben sie sich schon mal gefragt....

....was dieses Zeichen im App-Store bedeutet?

Einfach mit der Mouse in die Zeile fahren...
Dabei handelt es sich nicht um eine Lösch-Funktion sondern um die Versteck-Funktion. Gibt es übrigens auch im iPhone-App-Store:

Einfach nach rechts swipen....
Was kann nun die Versteck Funktion: Sie verhindert, dass die Applikation in der Liste der gekauften Objekte sichtbar ist und verhindert auch, dass man über allfällige Updates für die betroffene Applikation informiert wird. Das bedeutet, dass man so die Möglichkeit hat, Apps, welche nicht mehr benötigt werden daran zu hindert einen mit Update Requests zu quälen.

Wie schalte ich das wieder aus? Im iTunes Store: In iTunes geht man links oben in die Account Daten. Dort gibt es im Bereich "iTunes in der Cloud" den Unterpunkt "ausgeblendete Artikel anzeigen". Einfach dorthin klicken und man kann die App wieder erscheinen lassen.
Im App Store im Menupunkt "Store" den Punkt "Meinen Account anzeigen" auswählen. Auch dort gibt es dann den Menupunkt "ausgeblendete Artikel anzeigen".

Dienstag, 31. Januar 2012

Zeitdiebe die zweite

Ganz frisch kommt gerade ein Schreiben der Post AG, die mir mitteilt, dass meine Sendung "durch maschinelle Bearbeitung beschädigt wurde."

Weiter heißt es in dem Schreiben: Da die Sendung in diesem Zustand nicht weitergeleitet werden kann, erlauben wir uns, sie wieder an Sie zu retournieren.

Was die sich alles erlauben!

Zeitdiebe die Erste

Nachdem ich meinen Post ja zum Thema "Areas of my expertise" nenne, will ich mich heute einem Thema widmen, welchem ich in letzter Zeit immer öfter begegne. Die Zeitdiebe. Unternehmen die durch operative Gedankenlosigkeit ihrem Kunden nicht nur schwache Leistung bieten, sondern im Gegenteil auch noch Zeit kosten.

Heute stelle ich dem geneigten Leser den Kinderwagen-Hersteller Teutonia vor. Ein Unternehmen, dass es sich laut seiner Homepage auf die Fahnen schreibt, Kinderwagen für höchste Ansprüche herzustellen. Nachdem mein Sohn deutlich vor der Zeit das Licht der Welt erblickte, begaben wir uns in das Baby-Fachgeschäft unserer Wahl und begannen den Bestellvorgang für einen Kinderwagen, der die Bestellung eines Kraftfahrzeuges oder wahlweise Kreuzfahrtschiffes an Umfang deutlich überschritt. In Anbetracht der zahlreichen Optionen, Farb- und Stoffauswahl ist man nach einiger Zeit genötigt, die Individualisierung des Kinderwagens zu unterlassen und sich lieber eine der vorgefertigten Zusammenstellungen zu nehmen um nicht um teures Geld (denn die Auswahl lässt sich Teutonia ja auch bezahlen) eine Beleidigung für die Augen von Kind und Eltern zu erwerben. Allerlei wichtiges Zubehör wird ebenfalls dazubestellt (wie zum Beispiel ein Maxi Cosi Adapter, der später noch Stein des Anstosses sein wird). Kaching! 1.300 EUR und acht Wochen Lieferzeit. Also auch ähnlich wie Kraftfahrzeug und Kreuzfahrtschiff...

Als nach der zugesagten Zeit das Paket einlangt, erhielten wir nun diverse Einzelteile in einer lieblosen Verpackung und Anleitungen, die jeder Beschreibung spotten. Die Zusammenbauanleitungen bestehen hauptsächlich aus Hinweisen des Herstellers, was alles nicht als Mangel zu werten ist. Die eigentlichen Bauanleitungen sind kurz, missverständlich und gehen teilweise von einem Zustand des Produktes aus, der eben nicht dem Lieferzustand entspricht. Wie zum Beispiel die vor der Radmontage von den Achsen bzw. den Vorderrädern zu entfernenden Transportsicherungen (siehe Bild). Sie werden in der Anleitung mit keinem Wort erwähnt.



Besonders interessant ist allerdings der bereits erwähnte Maxi Cosi Adapter. Nachdem Teutonia ja ein Hersteller von Premium Produkten ist, muss man natürlich auch regelmäßige Modellpflege betreiben. Daher entspricht natürlich das 2011 Modell nicht dem 2012 Modell, usw. Daher muss es also auch gesonderte Zubehörteile geben. Ob das so ist, muss noch mit dem Hersteller geklärt werden, der zur Kontaktaufnahme mit seinen Kunden eine Mehrwert Telefonnummer anbietet (natürlich nur zur Öffnungszeit). Zum Glück kann man auch ein E-Mail schicken.

Jedenfalls sendet Teutonia passen zu einem 2012 Modell Mistral S einen Maxi Cosi Adapter für irgendeinen Kinderwagen seiner Modellpalette. Welchen kann man leider nicht sagen, da die dazugepackte Einbauanleitung (ein A3 Bogen) eine solche für den 2009/2010 Mistral S ist. Die beigepackten Teile sehen aber nicht annähernd so aus, wie die in der Anleitung und auch die in der Anleitung vorgesehenen Fixierungsstellen gibt es am gelieferten Kinderwagen gar nicht und eine anleitungsfreie Montage der gelieferten Teile ist technisch nicht möglich. Auch Google und Youtube bieten leider nichts an und auf der Herstellerseite (im Kopf der Seite findet sich ein schreiendes Baby, welche Ironie) finden sich auch nur PDF Versionen der mitgesandten Wären-gerne-Anleitungen. Ab 2011 findet sich auch nicht einmal mehr eine Anleitung für den Adapter auf der Homepage.

Der mitgesandte Adapter, der sich nur um 90 Grad drehen kann, nicht wie der in der Anleitung um 180 Grad.

Auf den Produktseiten des Herstellers findet man einen Adapter, der auch dem entspricht, was man auf dem Youtube Video eines Resellers finden kann (Faltet sich in die Mitte zusammen und klappt nicht in Fahrtrichtung nach unten). Dies scheinen die aktuellen Adapter für diese Kinderwagen zu sein.


Eine Nachfrage über den Vertriebshändler hat ergeben, dass diese Adapter zwar schon auf der Homepage zu sehen sind, aber erst ab KW 7 2012 ausgeliefert werden. Dass das Erscheinen einer Produktlinie von einem renommierten Hersteller nicht besser abgestimmt werden kann und stattdessen den Kunden nicht passende Teile verkauft werden und diese damit gezwungen werden ihre Zeit mit solchen Nachforschungen zu vergeuden qualifiziert daher die Firma Teutonia als Zeitdieb erster Güte.

Sobald der richtige Adapter eingelangt ist, werde ich auf diesem Blog dann eine Einbauanleitung posten. Es ist ja dann meine Area of Expertise...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die iCloud ist da

Wie bereits im Post zur WWDC 2011 gesagt ist der Herbst gekommen und damit auch die iCloud und iOS 5. Was bleibt von der Euphorie über das neue iPhone Betriebssystem?

Nun muss man sagen, dass nach dem ewig dauernden Update nicht alle Funktionen vollständig funktionieren, da Apple (wie bereits im genannten Posting spekuliert) auch diesen Dienst Roll-Out gründlich in den Sand gesetzt hat. Bereits am ersten Tag ist die iCloud und Mobile Me vollständig in die Knie gegangen und hat gezeigt, dass man funktionierende Systeme besser nicht ändert.

Die Mitteilungszentrale ist wirklich gut gelungen, benötigt aber, wenn man viele Apps hat enormen Konfigurationsaufwand. Nicht das die Konfiguration kompliziert ist, aber die Einstellungen für jede App einzeln vorzunehmen ist zwar sehr individuell aber eben auch wenig praktisch.
Ein meiner Ansicht nach wichtiges Feature, der Kamerashortcut im Lock-Screen, versteckt sich etwas, da dieser Button nur bei Doppel-Klick auf den Home Button erscheint, nicht beim aufwecken mit dem ON/OFF Knopf. Dies könnte man vielleicht auch bei einem Update mal beseitigen.

Eine gute Nachricht für Mobile Me User gibt es allerdings schon, denn die E-Mail Adressen und alle Alias funktionieren nach der Migration auf iCloud angeblich weiter. Wenn die iCloud mal geht. Bisher ist der Service für Kalender und Kontakte laut Mobile Me Support Down, Migrationen von Mobile Me zu iCloud gehen derzeit nur beschränkt oder gar nicht. Unter Lion ist inzwischen iCal nach dem iCloud Update zu einem Wrack verkommen und hat den Synchronisationsdienst vollkommen eingestellt. iOS dürfte halbwegs stabil unterwegs sein, hat aber mangels Synchronisationspartner wenig Sinn.

Insgesamt ist es der holprige Herbe geworden, den ich bereits vorausgesehen habe. Schade...

Übrigens, die von mir monierte  Schnellschaltfläche für Daten, Bluetooth und WLAN wie bei Nokia u.a. gibt's leider nicht...

Dienstag, 30. August 2011

Heute mal kurz politisch-weltanschaulich...

Obwohl dies eigentlich kein primär politisches Blog ist, muss ich heute kurz in diese Kerbe schlagen. Vor kurzem stolperte ich in der Twitter Timeline über den Link zu diesem Video:


Es handelt sich um einen Film, der die Anzeichen für den Verlust der bürgerlichen Freiheiten und Grundrechte aufzeigt und mit der derzeitigen Situation in den USA vergleicht. Während man auf den ersten Blick versucht scheint, mit dem Finger über den Atlantik zu zeigen, muss man sagen, dass wir in Europa nicht weit von ähnlichen Zuständen entfernt sind.
Viele der von Amerika verlangten Einschränkungen wurden von der ohnehin schwächlich demokratisch legitimierten Union durchgewunken und von den jeweiligen nationalen Politikern zumindest brav wiedergekäut, wenn nicht noch in Richtung Polizeistaat verschärft (Zuletzt gesehen in der Reaktion von Milk-Leitner auf den Amoklauf - nicht Terroranschlag - in Norwegen). Dass aber bereits die bestehenden Anti-Terror Regelungen üblicherweise die falschen Leute treffen und die Anzahl der Querschläger daher noch steigen wird, wird nicht bedacht.
Sollten die bürgerlichen Freiheitsrechte weiterhin ausgehölt werden, wird man bald nur mehr als Internationaler Großkonzern oder mit einer entsprechend großen PR-Agentur zu seinem Recht kommen.

Zu den Freiheitsrechten passend fand ich auch noch diesen Artikel aus dem Presse Panorama:

Das Verschwinden der Gewaltentrennung (wie auch im oben angeführten Film) sowie auch der Trennung von Kirche und Staat gehören zu den größten Gefahren für die wichtigsten Eckpfeilern demokratischer Gesellschaften. Nun bin ich als Mediator einem Schlichtungssystems sicherlich nicht abgeneigt, aber eben nicht neben, sondern in der Rechtsordnung und damit in einer demokratischen Gesellschaft eingebettet. Das allfällige Ausverhandeln und lizitieren von Straftatbeständen und Strafmaßen (wie es vor allem im angloamerikanischen Rechtsraum vorkommt) kann auch wenn es vor einem staatlichen Gericht stattfindet niemals eine demokratiewürdige Lösung sein.

Können wir bald den Film "End of Europe" drehen? Wahrscheinlich. Die Gemeinschaftswährung wird bald den ersten Staat retten müssen, der als "too big to fail" und wahrscheinlich auch als "too big to save" zu bezeichnen ist. Dass man in Einwanderungsfragen weniger solidarisch ist als bei Steuergeldverschiebungen hat Italien in Lampedusa bereits bitter erfahren müssen. Man sieht also, dass das Wort Union bei der EU deutlich übertrieben ist. Einig ist man sich nur, wenn genug Geld dahinter ist.

Was also tun? Demokratische Rechte ausnützen, wählen gehen. Ja, aber wen? Das ist die eigentlich gute Frage. Die Situation scheint europaweit ähnlich zu sein, dass auf der einen Seite die "alteingesessenen" Großparteien mit offensichtlich gescheiterten Konzepten stehen, während auf der anderen Seite zumeist nationalistische Parteien sich über Zulauf freuen, während die Großparteien als einzige Reaktion und gleichzeitig demokratische Bankrotterklärung mahnend den Finger heben und sagen: "Nicht den Rechten Rand wählen, alles Nazis...".
In dieser Situation stellt man sich als Wähler und daher als Souverän die Frage, ob nicht die Demokratie an sich selbst gescheitert ist oder welches der vielen Rädchen im demokratischen Prozess versagt hat.

Wenn man so die heimischen Schlagzeilen der letzten Zeit ansieht, könnte die Ausdehnung der Marktwirtschaft in den politischen Bereich (buy an opinion, get a lobbyist) vielleicht ein Problem sein und vielleicht auch eine demokratisch schwächelnde  Medienlandschaft (hier ist als Nachlese (sic!) die Berichterstattung über die Generaldirektorenwahl im ORF lesenswert, vergleichend orf.at und andere Medien)...

Aber da halte ich es mit dem Selfman und sage nur: Das ist eine andere Geschichte.

Freitag, 19. August 2011

Den Löwen gezähmt...

Heute nehme ich mir für einen kurzen Bericht Zeit, der Leuten beim übersiedeln auf OS X 10.7 hilfreich sein sollte. Meine Erfahrungen beim Migrieren von einem Laptop mit Snow Leopard auf einen mit Lion war etwas holprig, weshalb es sicherlich Sinn macht hier meine Erfahrungen zu teilen.

1) Wenn die Maschine neu ist, erstmal den User ohne Migrationsdaten fertig anlegen bis das leere Betriebssystem startet. Den Migrationsassistenten kann man später immer noch starten. Vorteil: Sollte beim migrieren ein Problem entstehen entfällt das erneute Runterladen von Lion. Wo kann beim migrieren ein Problem entstehen: Hauptsächlich bei Applikationen aus der Pre-Intel Zeit (verabschiede dich von deinen Power PC Apps). An sich sollte das der Migrationsassistent bewältigen tut er aber unter 10.7.0 nicht. Die Behebung dieses Problems steht auf dem Changelog der 10.7.1, ob das aber ein erfolgreicher Bug-Fix ist, habe ich noch nicht beobachten können.

Apropos Update: Der Update von 10.7.0 auf 10.7.1 hat ca. 1 Minute gedauert (inklusive Neustart) was eine ziemlich sensationelle Zeit ist.

2) UI Anpassungen: Lion führt einige Änderungen beim User Interface ein. Einige davon mag man mögen, andere nerven vielleicht. Was man davon übernehmen will, sollte man sich da einmal ansehen:

  • natürliches Scrollen (so wie auf iOS Devices), sprich verkehrt herum am Laptop (Vorsicht: wenn man das ändert scrollt er auch seitlich anders, was im Launch Pad verwirrend sein kann)
  • Versteckte Scroll-Bars
  • iOS Rechtschreibprüfung: Habe ich nicht abgedreht weil sie in der Tat nicht so nervig ist, wie auf iOS Geräten. Trotzdem auch das Geschmacksache.
  • Dock: Im Dock ist bei einigen ausgelieferten Geräten der Markierungspunkt für laufende Applikationen abgedreht. Diese Funktion finde ich wenig sinnvoll, daher habe ich dies wieder eingeschalten.

3) Jetzt Migrieren. Wobei ich zuerst die Mail-Accounts anlegen würde. Ähnlich wie unter iOS gibt es nun in den Systemeinstellungen einen Punkt "Mail, Kontakte & Kalender" über den Google-Accounts, Mobile Me, Exchange oder ähnliche Accounts gesammelt angelegt werden können. Dies ist sehr praktisch und macht das Konfigurieren in jeder einzelnen Anwendung überflüssig. Datenmigration kann man nun über den Migrationsassistenten vornehmen oder über Netzwerkverbindung. Bei Verwendung des Migrationsassistenten z.B. über eine Time-Machine Sicherung empfehle ich allerdings jeden der auszuwählenden Punkte einzeln durchzuführen (also Dokumente, Einstellung, Applikationen,...) und wie gesagt aufgrund möglicher Inkompatibilitäten die Applikationen zuletzt anzugehen.

4) Fehlende Bestandteile nachinstallieren: Dazu zählen:

  • Java: Im Ordner Dienstprogramme die Java Einstellungen aufrufen. Das Programm bietet dann automatisch den Download der letzten Java Version an.
  • Flash: Ein notwendiges Übel. Am besten ein Youtube Video aufrufen und den Bildschirmanweisungen folgen und den Flashplayer von Adobe installieren.
  • Flip4Mac: Wer dieses nette Quicktime Tool für Windows Media Files runterladen will, muss noch vertröstet werden, die Lion Version ist noch buggy. Aber wie schon beim Leoparden eine feine Sache, also Augen offen halten für die Lion Version.


Damit sollte aus dem Apfel der Wurm raus sein...