Mittwoch, 8. Juni 2011

Was brachte die WWDC11 ?!

Am Montag war es soweit, die Zuschauerschlangen drängten sich ins Moscone Center und hörten zu was die Apple Führungsriege unter Steve Jobs dem Markt präsentiert.

Wie erwartet war es keine Hardwarelastige Angelegenheit sondern viel mehr ging es um Software und Services.

1) OS X 10.7 Lion:
Kommt mit den erwarteten und bekannten Features, verlangt jedoch mindestens einen Core 2 Duo Chip zur Installation, womit die erste Generation der Intel Mac Books obsolet wird. Angekündigt wurden auch zusätzliche Multitouch Gesten, wobei noch unklar ist, ob damit auch Geräte die unter Snow Leopard nicht multi-touch fähig waren damit multitouch fähig werden. Also Fragen über Fragen.
Gut ist sicherlich auch Mission-Control, welches Exposee und Spaces vereinigen wird. Großer Wert wird auch auf den OS X App Store gelegt, der im übrigen der einzige Weg sein wird Lion zu beziehen. Die eigentliche Sensation ist allerdings der Preis: 23,99 EUR. Da kann sich die Konkurrenz sicher einiges abschneiden.

2) iOS 5
Auch das Betriebssystem für die hochmobilen Apple Geräte iPad, iPhone und iPod touch wurde einer Überarbeitung unterzogen. Nennenswerte Änderungen sind vor allem die Überarbeitung der Notification Services. In laufenden Applikationen werden sie weniger störend eingeblendet und am Lock Screen werden sie ebenfalls angezeigt. Mit einem Swipe kann man dann direkt vom Lock Screen in die betroffene Applikation springen. Vom Home Screen können die Notifications auch durch herunterziehen  gesammelt eingeblendet werden. Insgesamt eine wertvolle Verbesserung.
Dabei wurde aber vergessen, dass man auf diese Art und Weise auch Schalter für WiFi, Bluetooth und Datendienste einbauen hätte können, wie sie bei Windows oder Symbian Touch Handies üblich sind und so das mühsame Herumsuchen in den Menus der Einstellungen eingespart. Leider eine versäumte Chance.
Weiters wurde sogenannte Reminders hinzugefügt. An sich sollte man dies eher als ToDo Listen bezeichnen, aber wenigstens muss der iOS User nach vielen Jahren nicht mehr auf 3rd Party Apps zurückgreifen um ein solches Feature in seinem Smartphone geboten zu bekommen. Gut ist allerdings die Idee, diese Reminder auch Location basiert anzubieten (wobei ich da schon wieder die Datenschützer murmeln höre...).
Last but not least wurde auch die Kamera Applikation überarbeitet. Die Kamera der nächsten iPhone Version soll ja bis zu 8MP bieten, also kann man da sicher auch nachrüsten und das wurde auch gut gemacht. Es gibt nun simple Bearbeitungsmöglichkeiten (Rote Augen korrigieren, Auto Enhance, Crop,...) und man kann nun etwas ergonomischer als bisher über den Lautstärke Plus Knopf das Foto auslösen. One last thing: Pinch to zoom geht nun auch.

3) iCloud
Die letzte und wahrscheinlich auch kontroverseste Vorstellung. Apple ändert wieder einmal seinen Cloud Dienst. Wer länger dabei ist hat ja schon die etwas ruppige Umstellung von .Mac auf Mobile Me mitgemacht und darf sich im Herbst auf den nächsten Synchronisations-Super-Gau bei der Migration zur iCloud einstellen. Nachdem der Absatz des Services offensichtlich hinter den Erwartungen angesichts der in Betrieb befindlichen iOS Endgeräte zurückblieb hat sich offensichtlich die Marketing Abteilung über das inzwischen an sich stabile und gute Produkt hergemacht: Ab jetzt gratis, dafür bei der Leistung ordentlich abgespeckt.
Richtig. iCoud ist gratis und bietet nun 5 GB (gegen Obulus auch mehr) für die Synchronisation von Daten (Kalender, Adressen), E-Mail und Dokumenten. Die 20 GB iDisk (mit ihrer zwar langsamen aber sehr leichten OS X Integration) wird ersatzlos gestrichen. Wie Dokumente dann synchronisiert werden, war noch nicht zu sehen. iWeb und die dazugehörigen Homepages sind endgültig tot (ab 30.6.2012).
Dafür synchronisiert die iCloud auch iTunes Inhalte. Sprich: Was du bei iTunes gekauft hast kannst du nun immer wieder auf 10 Geräte herunterladen (sprich Back-Up). Eine schöne Lösung, gibts aber auch von anderen Anbietern (Amazon) und sogar in EDV technisch schwächeren Ländern wie Russland (gomusic.ru). Was allerdings nur die iCloud kann, ist das Scannen nach woanders gekauften oder überspielten Dateien und die Freischaltung dieser Produkte im iTunes Store. Das kostet allerdings 24.99 $ pro Jahr für bis zu 25.000 Songs.
Womit wir schon beim Geld wären. Personen, die Mobile Me bezahlt haben bekommen nicht aliquot beim Wechsel auf den gratis Service im Herbst Geld zurück, sondern statt dessen Mobile Me gratis (nicht wirklich, weil sie es ja schon bezahlt haben, mehr oder weniger) bis es eingestellt wird. Ein guter Marketing-Gag der inzwischen auch schon die Support Discussions auf der Apple Page heiß laufen läßt.
Also ist die Migration zur iCloud schon ruppig bevor sie angefangen hat.
Das jedes Foto, das auf einem iOS Gerät gemacht wird in die iCoud gespielt wird ist auch ein neues Feature. Es bleiben dann 1000 Fotos dort gelagert und man hat 30 Tage Zeit diese in ein Album zu verschieben, wo sie endgültig gespeichert werden. Das soll auch auf dem Mac gehen, aber welches Programm das dort macht (iPhoto oder Aperture) wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch hier dürfen wir auf den Herbst gespannt sein.

Was hat die WWDC gebracht? Viele neue Features, aber meist zu kurz gegriffene Umsetzung oder keine Angaben zur Umsetzung.

Wir dürfen einen heißen Herbst erwarten!

Apple Deutschland